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Ein zum Mythos gewordenes Schachturnier [1]

Hastings 1895

 

 

Foto: Antonio Rosino, Venedig

  

Mit freundlicher Genehmigung von Harald E. Balló

 

 

Einführung:

Nimmt man die auf Kira und Burkert zurückgehende Bestimmung, dass Mythos eine “traditionelle von kollektiver Bedeutsamkeit” sei, so kann man zu Recht das Zusammentrefffen der grossen Schachmeister in der Zeit vom 5. August bis 2. September des Jahres 1895 in der englischen Seestadt Hastings als ein zum Mythos gewordenes Schachturnier ansehen.

 

Hastings um die Jahrhundertwende

Foto: : travelguide.bloguez.com

 

 

Hastings 1895 hat in den Ohren eines jeden Schachspielers in der Welt einen bekannten und vertrauten Klang.

Jeder Schachspieler kann mit “Hastings 1895” eine Vorstellung von schachlichen Höchstleistungen, vom erbitterten Kampf um die Vorherrschaft im Schach, von Tragik und menschlicher Schwäche verbinden.

 

Es gibt nicht viele Schachturniere, die eine solch mythische Kraft wie Hastings entwickelt haben.

 

Gemalt von Sultanov, Yuriy

Copyright Galería de Huismus

 

Hastings 1895 gehört mit den Turnieren in Nürnberg 1896 und Wien 1898 in die Reihe der drei grossen Zusammentreffen, die zum Ausgang des 19. Jahrhunderts alle starken Schachspieler ihrer Zeit vereinigen konnten.

 

Doch weder das 1896 in Nürnberg, noch das 1898 in Wien ausgetragene Turnier haben eine solche mythische Überhöhung erfahren wie Hastings 1895.

 

Die liegt nicht nur daran, dass Hastings in der Folgezeit nach den Turnieren 1919 (Sieger: Capablanca), 1922 (Sieger: Aljechin) und 1923 (Sieger: Rubinstein) in jährlichem Rhytmus zum Austragungsort grosser Turniere geworden ist, sondern zum anderen daran, dass es weitgehend frei von nationalen Eigenheiten gewesen zu sein scheint.

 

Stand Nürnberg 1896 von Beginn an ganz im Schatten  der zur damaligen Zeit auf nationalem (hier: deutschen) Boden ausgetragene Fehde zwischen  dem Deutschen Schachbund einerseits und dem nach Weltmeisterwürden strebenden Vorkämpfer des deutschen Schachs, Siegbert Tarrasch,

 

                                

Foto wikipedia.com

 

andererseits, repräsentierte das zum 50jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef I. in Wien ausgetragene Turnier zu sehr eine sich im Glanze dynastischer Grösse sonnende Donaumonarchie, um wirklichen Stoff für mythologische Grösse zu ergeben.

 

                                

Stadthalle und  Turniergebäude Hastings

Foto: endgame.nl

 

Zum anderen aber ist Hastings 1895 zum wichtigsten Turnier des 19. Jahrhunderts besonders deshalb geworden, weil es eine Zeitenwende im Schach markiert:

Wilhelm Steinitz hatte einige Monate zuvor seinen Weltmeisterschaftstitel in  einem Zweikampf gegen den jungen Emanuel Lasker verloren.

                                 

1894

Foto: sc-hpboeblingen.de

 

Die Suprematie des neuen Weltmeisters war in der Schachwelt jedoch noch nicht anerkannt, zumal unter anderem auch der ebenfalls noch junge Deutsche Siegbert Tarrasch, der gerade 1894 in Leipzig den vierten grossen Turniersieg in Folge errungen hatte, den WM-Titel ganz natürlich für sich beanspruchte.

 

Das Turnier:

Herausragende Spieler in Hastings 1895

 

                                     

Lasker

           

                                 

 

Steinitz

 

                                 

                                              

Tschigorin

 

                              

Hastings markiert dabei auch das Ende englischer Schachdominanz und brachte den Advent einer neuen Generation wie Pillsbury, Schlechter, Teichmann und Janowski.

 

  

                               

 

Pillsbury

 

                       

Schlechter      

 

 

                                                   

Teichmann

 

 

Der dritte Grund, weshalb Hastings 1895 zum Synonym für das herausragende Turnier des 19. Jahrhunderts geworden ist, liegt sicherlich auch in dem von Horace Fabian Cheshire (1854-1922)

verfassten Turnierbuch, das in vorbildlicher Manier Vorgeschichte, Entstehen und Ablauf des Tuniers darstellt und unter anderem auch die Bildnisse sämtlicher Teilnehmer des Hauptturnieres bringt:

 

                            

 copyright chessantiquarian.com

Hastings 1895 

Horace Fabian Cheshire

 

Cheshire publizierte nicht nur sämtliche 230 Partien des Turniers (statt 231, denn in der siebzehnten Runde erschien von Bardeleben gegen Pillsbury nicht zur Partie, weshalb Pillsbury die Partie kampflos gewann), sondern brachte auch Kurzbiografien sämtlicher teilnehmenden Spieler. Cheshire sorgte dafür, dass zwölf der besten Spieler die Kommentare zu den Partien erstellten und zwar so, dass kein Meister eine von ihm selbst gespielte Partie zur Glossierung erhielt.  

 

Fortsetzung folgt im 2. Teil.

 

Sitges (Barcelona), im Oktober 2011

 

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