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Der Baron und der Dorfbewohner

 Bild: literaturatlas.de

 

    

Bild: Augsburger-allgemeine.de  

 

Es erzählt die Legende, dass ein eingebildeter deutscher Baron die Bewohner seines Ortes so unterwarf, in dem er jeden Bürger zum Schachspiel zwang und sich selbst als den besten Spieler des Landes bezeichnete.

 

 

                                

Gemalt von Renaut de Montaubanvers 1462-1470

                                                   

Eines Tages kam ein junger Student wieder zurück in sein Heimatdorf, der sich während seiner Studienzeit auch mit dem Schach beschäftigt hatte und sich nach gewisser Zeit schon mit starken Spielern messen konnte.

 

Als er von den “schachlichen” Erniedrigungen seiner alten Freunde aus dem Dorf erfuhr, welche der hochnäsige Baron ihnen zufügte, vereinbarte er eine Partie mit dem Tyrannen.

 

Als nun beide Kontrahenten sich gegenübersassen, hatte sich das ganze Dorf um das Schachbrett versammelt, um die Züge genau verfolgen zu können.  

 

                   

Miniatur von Juan de Carrion (16. Jahrhundert)

 

Vor Beginn bot der arrogante Baron seinem Gegner eine Figur als Vorteil an, was er aber strikt ablehnte.

 

Der Student begann die Partie:

1. Sc3

Der Baron lächelte leicht und meinte:

1….e5 2. Sf3

“Aber, mein Sohn, wissen Sie nicht, dass man erst einmal das Spiel mit den Mittelbauern eröffnen soll?”

 

 

Gemalt von Elke Rehder

 

2…d6 3. d4

“Ich habe immer noch Zeit, meine Mittelbauern zu ziehen, machen Sie sich meinetwegen keine Sorgen und spielen Sie weiter,”

antwortete der Student.

 

3…Sc6 4. d5 Se7 5. e4 f5 6. Lg5

 

“Das ist ein Fehler, sehen Sie nicht, dass sich der Läufer wieder zurückziehen muss?” sagte der Baron.

 

                

Gemalt von Elke Rehder

 

6….h6 7. Lh4 g5

“Sehen Sie nicht, was ich vorher gesagt habe? Jetzt ist Ihr Läufer verloren,” rief der Baron.

8. Sxe5

“Sie spielen zu hastig, junger Mann, nun werden Sie obendrein noch den Springer verlieren!” stellte der Baron fest.

9…..dxe5

“Jetzt”, sagte der junge Mann, “werde ich Ihnen ein kleines Schach geben.”

 

9. Dh5+

 

                              

 

9. ….Kd7 10. Lxg5

                     

“Bravo, junger Mann, gut gesehen. Sie spielen eigentlich gar nicht so schlecht wie ich dachte, bis jetzt haben sie nur eine Figur verloren.”

 

10. …Lg7 11. Lb5+ Kd6 12. Le3 f4

 

“Weiter, viel weiter weg müssen Sie Ihren Läufer ziehen!”

sagte der Baron.

 

13. Lxf4

 

“Ah, Sie schenken mir noch eine Figur, die ich auch nehmen werde.”

 

 

Gemalt von Elke Rehder

 

 

13….exf4 14. e5+

Der Gesichtsausdruck des Barones veränderte sich, in dem er meinte:

“Sie haben ziemlich viel Glück!”

 

14….Kc5 15. Sa4+ Kxb5

 

“Vielen Dank! Eine weitere Figur für mich” äusserte sich der Baron voller Freude.

 

16. De2 + Kxa4

 

“Sind Sie denn verrückt? Sie haben mich enttäuscht. Sehen Sie denn nicht, dass Sie kaum noch Figuren besitzen, um meinen König matt zu setzen?”

17. Dc4+

 

“Ich werden Sie mit Hilfe meiner armen Bauern matt setzen”, erwiderte der Student.

 

 

Gemalt von Elke Rehder

 

17….Ka5 18. b4+ Ka4 19. Db3+ Kb5 20. a4+

“Was für eine Hitze heute”, stöhnte der Baron mit grimmigem Gesicht.

20…..Kb6 21. a5+ Kb5 22. c4+ Ka6 23. b5 und matt!

 

 

 

Schlussfolgerung:

 

Der Stolz und Hochmut im Schach, wie im Leben, sind schlechte Wegbegleiter.

 

                   

Gemalt von Nicolas Sphicas

 

Misstraue, wenn Dein Gegner die Figuren “verschenkt” und spiele stets mit grösstem Respekt.

Nachsatz: Sollte sich ein verstorbener oder noch lebender Schachspieler angesprochen fühlen, wäre das eine Laune des Schicksales.

 

 

Quelle: Buch “Ajedrez Esencial” von Editorial Paidotribo

 

Sitges (Barcelona), im Oktober 2011

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